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Aldous Huxley schreibt 1932 in seinem Roman „Schöne neue Welt“ über einen/den zukünftigen Menschen, der geklont, im Glas vervielfältigt und großgezogen, besänftigt mit einer legalisierten Droge, elternlos und ohne andere intensive Beziehungen, geschützt durch Informationslosigkeit, Emotionslosigkeit und Kontrolle ein für ihn sorgenfreies, unaufgeregtes Leben führen wird. In diesem Zusammenhang und angesichts einer Entwicklung in Wissenschaft und Technik, die zu einem erheblichen Teil tatsächlich in eine sehr ähnliche Richtung zu weisen scheint, tun sich nicht nur für uns Künstler immer mehr und immer neue Fragen auf. Die Ausstellung im Dachauer Wasserturm könnte vielleicht ein paar dieser Fragen klären, sollte aber auf jeden Fall für jeden ein Anlass sein, über seine eigene Position in diesem Kontext nachzudenken. Projektleitung: Esther Glück / Ralf Hanrieder
Vernissage: Freitag, 23.05.08, 19.00 Uhr, Begrüßung: Oberbürgermeister Peter Bürgel, Karin Oschmann (Wasserturm e.V., Esther Glück (Netzwork) Ausstellungsdauer: 24.05.08 bis einschließlich 01.06.08 Öffnungszeiten: Fr, Sa, So 14.00 bis 18.00 Uhr Veranstaltungen: Sa, 31.05.08, 19.00h:
Konzert „Klangwelten“: Michaela Götz (voc, fl) und
Hans Wolf
(piano, perc) Michaela Götz und Hans Wolf laden ein zu einer „Reise” durch Improvisation und Komposition, Schräges und Versöhnliches: Chansons, gekonnt bearbeitete Klassik, vielfältig schillernde Improvisationen und indische Ragas. In der schönen Neuen WeltZum großen Teil interdisziplinär werden sich die Künstler der Gruppe Netzwork und ihre Gäste mit dem Thema auseinandersetzen. Der Komponist und Musiker Colin Lang setzt sein musikalisches Werk mit dem Titel „Human Mind Body“ in den filmischen Kontext der Videoprojektion „Alpha oder der Menschenpark“ von Eva Ruhland: Am höchsten Punkt des Turms (Dachstuhl) inszeniert sie dazu eine Art platonischen Zoo,in der der Mensch als Züchter und Resultat von Züchtung haust. Töne, Bilder und Texte treten in einem experimentellen Spielfeld in immer neue Beziehungen zueinander. An den Rohröffnungen des Wasserturms werden gemeinsame Arbeiten der Videokünstlerin Eva Ruhland und des Künstlers Rolf-Maria Krückels zu finden sein. Schauspielerin Karen Breece und Medienbildhauerin Esther Glück schaffen eine Theater-Videoobjekt-Performance mit dem Titel „Lenina“, bei der eine Person einen Dialog mit seinem künstlich videoanimierten Selbst führt .Unaufhörlich werden Lebensfragen gestellt und wirkliche Antworten verweigert. Wirklichkeit, Künstlichkeit und Authentizität stehen sich gegenüber. Die „Unterhaltungskünstler“ von Powerschranke werden mit ihren „Klons“ und den Besuchern neue Kompositionen und Wortbeiträge „veröffentlichen“. „Wertige Portraitmasken werden zwang- und kostenlos vor und während der Veranstaltung verteilt, sowie genfreie Grillspezialitäten gegen eine geringe Gebühr gereicht.“ „rotating man“ (Ralf Hanrieder); Film einer sich auf der Stelle drehenden Person und die entsprechenden Einzelzeichnungen(36 Stck). Zudem besteht eine Interaktionsmöglichkeit auf einer Website (www.rotatingman.de) „Die Ruchlose“; Über die Entdinglichung innerhalb urbaner Entscheidungsprozesse (Rolf-Maria Krückels): massenweise vom Sinn befreite Objekte „Venusstadt“ (Johannes Veit); utopische Stadtmodelle: Entwürfe, Zeichnungen, digitale Collagen, Gestaltung und Konzeption von neuen Städten durch Spiegel-Farbräume „Utopie und ihre Folgen“; Zeichnungen (Florian Marschall): Um das Morgen zu verstehen, müssen wir das Gestern annehmen „96 völlig identische Geschwister bedienen 96 völlig identische Maschinen“ (Gabriele Rothweiler); Performance auf Video / „Der Einzelne ist nichts“; großformatige Fotografie „Fourteen-all is well” (Franz Ehmann); Arbeiten auf Papier, die mit (beeindruckenden, Konformismus bildenden) Begriffen spielen: Motto, Gemeinschaft, Identität, Stabilität. „Happiness is on our side“; überarbeitete Einladungen zu Ausstellungen, die dadurch „schön“, „nett“, und „gleich“ gemacht wurden „CZ + FR = ?“ (Fiona Rukschcio); Geschichten und Recherchen bzgl. einer (vielleicht nur) äußerlichen Ähnlichkeit - Analogieschluss „Kindchenschema“(Thomas Gottschalk);
Das Ergebnis von durch Apparate konditioniertem
Menschennachwuchs: Apparate |
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